"Swissness" ist gefragt
"Swissness" ist gefragt
In Frankreich existiert sie schon, seit Mitte Mai 2002 auch beim Schweizer Radio. Auf DRS1 müssen ab sofort pro Stunde mindestens zwei Schweizer Musiktitel gespielt werden. Im jüngeren Programm von DRS3 muss wenigstens ein Titel nach "Swissness" klingen.
Das Schweizer Radio gab mit dieser Selbstverpflichtung dem Druck der Schweizer Musikindustrie und deren Verbände nach, da der Anteil der heimischen Musik bei nur noch 9 % lag. Jetzt überlegen auch schon Privatsender in der Schweiz, ob sie einen hippen Schweizer Song pro Stunde spielen - so die Reaktion vom Zürcher Marktführer Radio 24. Auch in Österreich formiert sich die Lobby. Ein Aktionskomitee "Österreichische Note" bemängelt das fehlende heimische Repertoire in den ORF-Programmen.
Nach der Quotenfrau kommt die Quotenmusik
Im Mittelpunkt der Kritik steht der Hitsender Ö3, der im Jahr 2001 nur noch 4,1 % heimische Songs spielt.
Die neue ORF-Führung hat bereits zugesagt, den Anteil zu erhöhen. Und in der Tat, im ersten Quartal 2002 liefen deutlich mehr lokale Produktionen als früher.
Dem deutschen Radio werden diese Vorwürfe ebenfalls schon seit längerer Zeit gemacht. Noch haben sich aber die Interessenvertreter nicht wirklich lautstark formiert. Aber in Zeiten einer darbenden Musikindustrie, werden die Begehrlichkeiten durch die messbaren Erfolge in den Nachbarländern Deutschlands wieder geweckt. Die Einschläge kommen näher!
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