Donnerstag, 17. Mai 2012
   
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Deutsche Jugendliche im Umgang mit Medien

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Sharp Jukebox MP3-PlayerComputer und Internet sind endgültig Bestandteil des Alltags Jugendlicher geworden, und der Computer beginnt, dem Fernsehen als "unent-behrlichstes" Medium den Rang abzulaufen.

Zu diesem Ergebnis kommt die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgegebene JIM-Studie 2006, in der rund 1.200 Jugendliche repräsentativ befragt wurden.

Je nach Alter verbringen Jugendliche 94 bis 155 Minuten am Computer, der auch in Ausbildung und Beruf intensiv genutzt wird. Von den Offlinetätigkeiten stehen Musik, Arbeit für die Schule und PC-Spiele an der Spitze. Das Internet wird immer stärker als Kommunikationsmedium (Instant Messaging, Chats) genutzt. Vor allem unter bildungs- und geschlechtsspezifischen Aspekten werden - wie bereits beim Fernsehen - Unterschiede in der Nutzung des Computers sichtbar.

Nutzung von PC und MP3-Player nimmt weiter zu

Inzwischen verfügt fast jeder Jugendliche (92 %) über mindestens ein Mobiltelefon, und zwei Drittel der Jugendlichen besitzen ein Fernsehgerät bzw. einen PC/Laptop. Während fast drei Viertel der Hauptschüler einen eigenen Fernseher im Zimmer haben, ist es bei den Gymnasiasten nur gut die Hälfte. Dagegen haben Gymnasiasten häufiger einen eigenen Computer und einen Internetanschluss als Realschüler und Hauptschüler. Entsprechend besteht ein deutliches Bildungsgefälle bei der Onlinenutzung. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Nutzung von PC und MP3-Player weiter zugenommen, und der Computer, der vor allem wegen seiner Multifunktionalität geschätzt wird, ist erstmals das unentbehrlichste Medium der Jugendlichen.

Wichtigste Sendungselemente: Musik, News, Comedy

Trotz der weiten Verbreitung des MP3-Players spielt das Radio auch als Musikmedium für Jugendliche nach wie vor eine wichtige Rolle – 82 Prozent sind im Besitz (mindestens) eines eigenen Radiogeräts. Damit positioniert sich das Radio nach Handy und CD-Player hinsichtlich seiner Verfügbarkeit bei Jugendlichen auf dem dritten Rang. 72 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen wenden sich täglich bzw. mehrmals pro Woche dem Hörfunk zu. Bei Mädchen (77%) ist das Radio stärker in den Alltag implementiert als bei Jungen (66 %), und auch mit dem Alter der Jugendlichen steigt die Nutzung des Radios deutlich an. So hören 65 Prozent der Zwölfbis 13-Jährigen regelmäßig Radio, bei den ab 18-Jährigen sind es bereits 77 Prozent.

Sie hören lieber privat als öffentlich-rechtlich

Zum größten Teil wählen die jungen Radiohörer das von ihnen genutzte Radioprogramm selbst aus, nur 29 Prozent hören eher den Sender, den andere (z. B. in der Familie) bevorzugen. Mädchen (75 %) zeigen sich hier erneut engagierter und gehen ihren eigenen Präferenzen häufiger nach als Jungen (66 %), auch bildet sich mit zunehmendem Alter der jugendlichen Radiohörer das favorisierte Hörfunkangebot stärker heraus. Bei den Zwölf- bis 13-Jährigen wählen nur 59 Prozent den Sender selbst aus, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es 78 Prozent. Bei der Frage nach dem liebsten Radioprogramm – hier konnten bis zu drei Angaben gemacht werden - nennen 87 Prozent ein privatrechtliches, 71 Prozent ein öffentlich-rechtliches Radioprogramm.

Musik ist am wichtigsten

Verschiedene Sendungselemente wurden von den Jugendlichen hinsichtlich ihrer subjektiven Wichtigkeit anhand einer Sechserskala (1 = ist für mich sehr wichtig bis 6 = ist für mich überhaupt nicht wichtig) bewertet. Am wichtigsten (Skalenpunkte 1+2, „Top Boxes“) ist den Jugendlichen demnach die Musik (94 %), für zwei Drittel sind Nachrichten bzw. Aktuelles ein wichtigstes Radioelement. Aber Radio soll auch Spaß machen, Sketche und Comedy sind für 59 Prozent besonders bedeutsam. Etwa die Hälfte interessiert sich stark für Regionales, seien es Veranstaltungen (50%) oder sonstige Berichte (46%). Moderation (42 %), Sport (40%) oder themenspezifische Sendungen (37 %) sind für die Jugendlichen interessanter als Hörerwünsche (32 %), Tipps für das Internet (19 %) oder für Computerspiele (17 %). Rätsel und Spiele im Radio begeistern nur 15 Prozent. Dass ein Radiosender darüber hinaus auch Off-air-Veranstaltungen und -Konzerte organisiert, finden 37 Prozent bedeutsam.
Interaktive Sendungselemente wie Gewinnspiele, Hörermeinungen und Abstimmungen haben im Übrigen bisher 17 Prozent der jungen Radiohörer als Form der Programmbeteiligung genutzt – meist mittels Anruf oder durch den Besuch auf der Homepage des Senders.

Komplette Studie

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