Sonntag, 05. Februar 2012
   
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Radionutzung von Migranten

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Deutschprachiges RadioprogrammDer WDR hat in den Jahren 2002 und 2004 zwei Studien zur Mediennutzung von Griechen, Türken, Italienern und, als eine eigene Gruppe zusammen, Serben, Montenegrinern, Bosniern und Kroaten in Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Verglichen wird die Radionutzung der türkischstämmigen Bevölkerung im Vergleich zu den anderen Nationalitätengruppen. Deutschsprachige Medien werden insgesamt von den türkischen Migranten mehr genutzt als muttersprachige. Dies gilt ebenso für die anderen befragten Nationalitätengruppen. Anders als bei diesen ist die Nutzung des muttersprachigen Fernsehens durch die Türken jedoch auffallend hoch, die Nutzung des deutschsprachigen Radios dafür auffallend gering.

Programmerwartungen an das Radio

Der Stellenwert einzelner Radioprogrammbestandteile gibt Hinweise auf die Nutzungsmotive des Radios bei den Migranten. Ebenso wie bei der deutschen Bevölkerung sind die gespielte Musik und die aktuellen Informationen und Nachrichten die zentralen Programmelemente des Radios; für 75,8 Prozent der Befragten ist die gespielte Musik sehr wichtig bzw. wichtig, für 73,4 Prozent sind es die aktuellen Informationen. Auch regionale Informationen, Moderation, Wetter, Verkehrsmeldungen und politische Hintergrundberichte sind ebenso wie Meldungen aus Alltag und Gesellschaft für eine Mehrheit der Migranten wichtige Programmbestandteile. Geringer ist das Interesse an Sportberichten, Service- und Verbrauchertipps und Veranstaltungshinweisen ausgeprägt.

Für noch weniger Migranten sind kulturelle Informationen, Informationen zur Musik, Sendungen mit Hörerbeteiligungund Comedy, Satire und Humor wichtige Elemente eines Radioprogramms. Im Vergleich zum deutschen Radiopublikum zeigt sich damit eine ähnliche Rangfolge bei den inhaltlichen Präferenzen. Hier schlägt sich aber die – im Vergleich zur deutschen Bevölkerung – geringere Affinität zum Medium Radio nieder, wie sie auch in den Nutzungsindikatoren deutlich wird. Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitätengruppen zeigen sich nur wenige.

Nutzung einzelner Radioprogramme

Die Nutzungsabfrage folgt nicht dem Standardmodell der Mediaanalyse mit ihrem umfassenden Tagesablaufschema. Hier wurde einfach nur gefragt, ob ein Sender gestern gehört wurde. Eine direkte Vergleichbarkeit zur Mediaanalyse ist also nicht gegeben.

Der Lokalfunk wird von den Befragten am meisten gehört (28,4% gestern gehört). Dann folgt Eins Live mit 20,2 Prozent, schließlich WDR 2 mit 11,6 Prozent. Funkhaus Europa wird an vierter Stelle geführt (4,7 % gestern gehört). Nach WDR 4 (4,3 %) folgen dann zunächst verschiedene muttersprachige Radios.
Unter den Top 5 der einzelnen Nationalitäten finden sich immer der Lokalfunk NRW, Eins Live und WDR 2. Der Lokalfunk wird von den Türken am wenigsten genutzt, von den Griechen am meisten. Eins Live hören Serben und Montenegriner/Bosnier/Kroaten am meisten, WDR 2 die Griechen. Unter den fünf meistgehörten Programmen rangiert bei allen Nationalitätengruppen auch noch ein muttersprachiges Angebot, je nach Nationalität ist dies TRT FM (Türken), Radio Sfera (Griechen), Radio Zagreb (Serben und Montenegriner/Bosnier/Kroaten) oder RAI 1 (Italiener). Je nach Konstellation tauchen unter den fünf meistgenutzten Programmen dann noch WDR 4 und/oder Funkhaus Europa auf.

Radio: Zweitwichtigstes Medium

Thomas Windgasse stellt in seiner Untersuchung fest, dass Die Mediennutzung von Migranten ist in Nordrhein-Westfalen intensiv von deutschsprachigen Medien geprägt. Hierbei spielt das Fernsehen die wichtigste Rolle, nicht anders als in der deutschen Bevölkerung. Bei der Nutzung muttersprachiger Medien steht gleichfalls das Fernsehen vorn. Als einziges aller abgefragten Medien konnte das muttersprachige Fernsehen im Zeitvergleich an Nutzung gewinnen. Zurückzuführen ist dies auf eine Ausweitung des Angebots entsprechender Programme. Trotz der vorrangigen Stellung deutschsprachigen Fernsehens werden also nicht alle Bedürfnisse durch dieses erfüllt.

Am zweitwichtigsten ist das deutschsprachige Radio. Der Abstand zur Nutzung muttersprachiger Radioangebote ist sehr groß. Diese werden allerdings noch weniger genutzt als deutsche oder muttersprachige Tageszeitungen.

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