Neue Töne aus dem Radio
Neue Töne aus dem Radio
Die seit 1994 von der mabb im Abstand von zwei Jahren durchgeführte Auswertung der journalistischen und musikalischen Profile privater Radioanbieter in der Region Berlin-Brandenburg markiert eine geschichtliche Wende in der Radioentwicklung.
Stets definierte sich das reichweitenstarke Radio vor allem über die Musik. Das Ergebnis der mehr als zehnjährigen Programmbeobachtung in der Region Berlin-Brandenburg war bisher eine stetige Reduzierung der publizistischen Inhalte. Diese Entwicklung scheint ihr Ende zu finden, weil sie offensichtlich nicht mehr zukunftsfähig ist. Technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Prozesse, veränderte Angebotsstrukturen, individuelle Lebensentwürfe - die Mediennutzung unterliegt vielen Einflüssen.
Wende im Berliner Radiomarkt?
Der Umfang Wort nimmt zu. Die Nachrichten werden ausgeweitet. Der Boulevard-Anteil ist reduziert. Die Gewinnaktionen werden meist zurückgefahren. Die Zustandsbeschreibung 2006 zeigt: Es gibt neu zugelassene Sender, die im Inhalt (wieder) einen unerlässlichen Faktor zur Positionierung in der umkämpften Region sehen. Aber auch bei etablierten Programmen sind manifeste Signale aufzufinden, sich wieder mehr über die journalistische Substanz definieren zu wollen. Es ist viel Bewegung in die Radio-Szene gekommen.
Mehr Wort - weniger Boulevard
Das musikalische Angebot blieb stets pluralistisch und ist heute vielfältiger denn je. Doch mit ihm allein wird nicht mehr zu überleben sein. Die Inhalte werden auch für den Hörfunk zur Schlüsselressource der Zukunft. Es existieren in der Region zwar weiter Musiksender mit geringem Informationsangebot, aber daneben geht der Weg bei vielen Programmen hin zu eigenständigen journalistischen Profilen.
Und so stellt der Autor der Studie, Lothar Wichert, abschließend fest: „Um die Chancen für das Radio steht es dabei auch in Zukunft nicht schlecht. Der private Hörfunk gewinnt langsam qualitativ wieder Boden unter den Füßen“.
Komplette Studie
- Radioprofile in Berlin-Brandenburg. Die privaten und ein öffentlich-rechtliches Programm im Vergleich - Lothar Wichert
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