Dienstag, 07. Februar 2012
   
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Generation 60plus - Hören und Sehen

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Generation 60plusAuch Mediennutzer im Alter von 60 Jahren und älter sind inzwischen immer häufiger an das Internet angeschlossen, wie beispielsweise die diesjährige Onlinestudie belegt hat. Dennoch bleibt eine erhebliche „digitale Kluft“ zwischen Jüngeren und Älteren bestehen.

Surfen statt fernsehen, diese Vision ist für die Generation 60plus nicht in Sicht. Während die meisten Jugendlichen bis zu ihrem 20. Lebensjahr tausende Stunden vor dem Computer verbracht und sich dadurch Fähigkeiten und Denkmuster angeeignet haben, die der älteren Generation völlig fremd sind, tun sich die Älteren wesentlich schwerer damit, neue Technologien anzunehmen - so die ARD/ZDF-Onlinestudie.

Diese Generationskluft öffnet sich bereits zwischen den unter und über 35-Jährigen, um dann mit zunehmenden Alter aufgrund einer komplett anderen Mediensozialisation immer weiter auseinanderzuklaffen. So ist heute nachweisbar, dass der Reiz von privaten Communitys und von Videoportalen ebenso wie die intensive Nutzung von MP3-Playern bereits nach dem 25. Lebensjahr rapide nachlässt und dann wieder mehr ferngesehen, Radio gehört und das Internet stärker informations- und gebrauchswertorientiert und weniger als (inter-) aktives Unterhaltungsmedium genutzt wird.

Radionutzung der Generation 60plus: Englisch kommt

In etwa auf dem gleichen Niveau wie in der Gesamtbevölkerung liegen bei den ab 60-Jährigen die Reichweite und die Hördauer des Radios. Die Art des Umgangs mit dem Medium unterscheidet sich alles in allem nicht wesentlich von der jüngerer Zielgruppen: Der Hörfunk ist auch hier definiert als unterhaltsamer, lockerer und sympathischer Tagesbegleiter und als Hintergrundmedium vorwiegend bei Tätigkeiten in Haus und Garten – im Unterschied zum Gesamtpublikum, bei dem Autofahren und Berufsarbeit wichtige, durch Radiohören untermalte Tätigkeiten sind. Während der Umfang der Hörfunknutzung der ab 60-Jährigen dem des Gesamtpublikums gleicht, offenbart der Blick auf die Programmpräferenzen ein eigenständiges Muster:

Die meistgehörten Programme der Generation 60plus sind die so genannten Melodie- und Länderprogramme, die mehrheitlich ein deutschsprachig orientiertes, zum Teil aber auch ein Oldiebasiertes Musikformat aufweisen. Diese Programme entsprechen dem dominierenden Musikgeschmack der älteren Generation und erfüllen den höheren Anspruch, den diese an Umfang und Art der Information im Radio stellt. Deutlich über dem Bevölkerungsschnitt liegt bei den Älteren zudem die Akzeptanz der Kultur- und Informationsprogramme der ARD, was durch die stärkere Verbreitung (hoch-) kulturaffiner Lebensstile bei den ab 60-Jährigen zu erklären ist. Gerade am jüngeren Rand der Generation 60plus, der Dekade von 60 bis 69 Jahren, an dem in den letzten Jahren eine Umorientierung in der Musikpräferenz von deutsch- zu englischsprachigen Stilen festzustellen ist, stoßen aber auch die in den mittleren Altersgruppen stark verwurzelten Pop- und Servicewellen auf wachsendes Interesse.

Potenziale in der Internetnutzung

Der Stellenwert des Fernsehens und der Tageszeitung liegt bei den ab 60-Jährigen höher als in der Gesamtbevölkerung. Das Fernsehen allein nimmt bei Älteren die Hälfte der gesamten Mediennutzung ein. Weit höhere Verbreitungsraten als das Internet verzeichnen in der Generation 60plus aber auch die nicht-tagesaktuellen Printmedien Zeitschrift und Buch. Eine ähnlich geringe Rolle wie das Internet spielen bei den Älteren auch die Video-Speichermedien (Video und DVD).
Aber gerade beim Internet zeigt sich ein kommender Umbruch, ein neuer Umgang der Generation 60plus mit den neuen Medien. So waren etwa im Jahr 2007 mit 5,1 Millionen Menschen der Generation 60plus mehr ältere Leute online als 14- bis 19-Jährige. So setzt sich auch bei Teilen der älteren Generation zunehmend die Erkenntnis durch, dass bestimmte Inhalte in keinem Medium schneller, komfortabler und umfassender zu beschaffen sind als über das Internet. Bei den Älteren beginnt sich daher die Wahrnehmung der Medien zu verändern.

Fernsehen ist immer noch die Nummer 1

Die starke Präferenz für das Fernsehen in der Generation 60plus erklärt sich nicht allein durch den höheren Grad an frei verfügbarer Zeit oder die stärkere Ausrichtung des Alltags und der Freizeitaktivitäten auf das häusliche Umfeld. Vielmehr liegt das Fernsehen in den Köpfen des Publikums ab 60 Jahren als eindeutiges Leitmedium vor, egal, ob Informations- oder Unterhaltungswert, Glaubwürdigkeit, Anspruch, Modernität oder Sympathie beurteilt werden. Dieses Image als Allroundmedium und "Alleskönner" ist in seiner Absolutheit vergleichbar mit dem Image, das die unter 30-Jährigen dem Internet zuschreiben.

Zu erwarten ist, dass auch die Generation 60plus künftig höhere Anforderungen an die multimediale Vernetzung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen mit zusätzlichen Optionen und Inhalten stellen und das Internet als "All-in-one-Medium" verstehen wird. Absehbar ist damit, dass auch das Medienverhalten der älteren Nutzergruppen aktiver und individualisierter werden wird.

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