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Veränderte Mediennutzung bei Jugendlichen

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Apple iPod ShuffleSeit 1998 existiert die Studie JIM (Jugendliche, Information und [Multi-]Media). Sie untersucht jährlich den Prozess der Veränderung bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in deren Medien- und Kommunikationsverhalten.

In der vorliegenden Zwischenbilanz nach zehn Jahren JIM geht es unter anderem um folgende Fragen: Wie hat sich die Ausstattung der Haushalte und der persönliche Gerätebesitz verändert? Wie entwickelte sich die alltägliche Mediennutzung? Was bedeutet dies für die klassischen Medien, wie wurden neue Optionen wie PC, Internet und Handy integriert? Darauf aufbauend wird aus medienbiografischer bzw. kohortenspezifischer Sicht der Frage nachgegangen, ob und wie sich mit dem Älterwerden auch die Mediennutzung der Jugendlichen wandelt.

Klassische Mediennutzung verschwindet

Für den Audiobereich waren 1998 noch ausschließlich Hörfunk und Tonträger (Plattenspieler, Kassettenrecorder) zuständig, für die Welt des Bewegtbilds Fernsehgeräte und Videorecorder. Das gedruckte Medium wurde vor allem durch Zeitungen, Zeitschriften, Comics und Bücher repräsentiert. Und die Welt der Kommunikation lebte vom persönlichen Treffen, vom Telefon und - allerdings schon damals massiv abnehmend - von Postkarten und Briefen.

Seither haben sich die bestehenden Grenzen zwischen den Medien deutlich verwischt. Verstärkt lösen bei den Jugendlichen PC und Internet klassische Nutzungskontexte auf oder konstruieren sie neu, bieten multiple Zugänge. Das Internet steht gleichermaßen für lineares Fernsehen oder Radio hören, aber auch für Lesen von klassischen Printprodukten. Mobile Endgeräte sorgen für Veränderungen in der bisherigen Mediennutzung, durch Radiohören unterwegs, durch selber filmen und direkt verschicken oder durch die ständige mobile Erreichbarkeit.

Mediennutzung der klassischen Medien 1998 und 2008

  1998*) in %  2008 in % 
Fernseher  95  89 
MP3  82 
Radio  85  72 
Musik-CDs/Kassetten  94  68 
Zeitung  59  43 
Bücher  38  40 
Zeitschriften/Magazine  49  29 
DVD  23 
Video  23  21 
Comics  12 

12-19 Jahre, mindestens mehrmals pro Woche
*) Fehlende Werte: 1998 noch nicht in dieser Form erhoben
Quelle: JIM 1998 (n=803), 2008 (n=1208)

Radionutzung sinkt

Im 10-Jahres-Vergleich zwischen 1998 und 2008 ging die Radionutzung von 85 Prozent (täglich, fast täglich oder mehrmals in der Woche genutzt) auf 72 Prozent zurück. Die Tonträgernutzung blieb insgesamt konstant. Allerdings wurden MP3s wichtiger als der klassische Bereich der Musik-CDs oder -Kassetten. Innerhalb von zehn Jahren stieg die MP3-Nutzung von null auf 82 Prozent, die CD-/Kassetten-Nutzung ging von 94 auf 68 Prozent zurück. Die Bedeutung der auditiven Medien – Hörfunk und Tonträger zusammengenommen – bleibt also bei erkennbaren Neujustierungen hinsichtlich der technischen Empfangswege auf einem nahezu unveränderten Gesamtniveau.

Die Befunde machen deutlich, dass Jugendliche in der heutigen Medienwelt zu Recht als Innovatoren bzw. Early Adopters gelten. Mit der rasanten technischen Aneignung neuer Medienentwicklungen durch die Jugendlichen beschleunigt sich auch die Veränderung von Nutzungsmustern. In der neuen Medienwelt sterben allerdings die traditionellen Funktionen wie Lesen, Hören, Zuschauen oder Kommunizieren nicht aus.

Komplette Studie

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