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Wer zu spät kommt …

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Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg: Standort von Delta Radio und R.SH | Foto: © Markus Riesenbeck… den bestraft das Leben. Zu dieser Erkenntnis gelangt auch die für Hamburg zuständige Medienanstalt. Jahrelang bettelten die kleinen Lokalsender (Oldie 95, Energy, Klassik Radio) für stärkere Frequenzen, um das komplette Stadtgebiet besser versorgen zu können. Ohne Erfolg.

Neuverteilung von Hamburger Radiofrequenzen

Die Hamburger Regierung aus CDU und GAL prescht jetzt radikal vor. Völlig überraschend für alle Beteiligten beschließt die schwarz-grüne Regierung in der Bürgerschaftssitzung vom 7.10.2009, vorsorglich den 1995 abgeschlossenen Rundfunkstaatsvertrag mit Schleswig-Holstein zum Jahresende 2009 kündigen zu wollen. Mit der daraus folgenden Neuverteilung der Radiofrequenzen soll der Radiomarkt in Hamburg belebt werden.

Farid Müller, GALTreibende Kraft ist der medienpolitische Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion Farid Müller:

  • „Wir brauchen neue Bewegung im verkrusteten Hamburger Radiomarkt. Kleine Sender müssen mehr Reichweite bekommen. Frei werdende UKW-Frequenzen sollten wir für ein redaktionelles Musikradio nutzen.“
Gutachter sollen jetzt die Frequenzsituation in der Metropolregion prüfen. Neue Sender könnte es dann ab 2011 geben.

Überholter Rundfunkstaatsvertrag

Im Staatsvertrag von 1995 sind unter anderem die UKW-Frequenzen 93,4 und 100,7 ausstrahlend vom Heinrich-Hertz-Turm geregelt, die derzeit von Delta Radio und Radio Schleswig-Holstein belegt sind. Die kleinen Hamburger Radiosender haben bisher kaum Möglichkeiten ins Umland zu senden, während die schleswig-holsteinischen Sender über Frequenzen am Fernsehturm die Stadt komplett erreichen. Dieses Ungleichgewicht konnte oder wollte die MA HSH (Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein) in den zurückliegenden Jahren nicht beseitigen.

Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt, zaubert als Reaktion auf die Kündigung des Staatsvertrages ein in Auftrag gegebenes Gutachten hervor:

  • „Die MA HSH hat Anfang September dieses Jahres ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem untersucht werden soll, inwieweit in Hamburg sowie in den umliegenden Kreisen durch Koordinierung lokaler Kapazitäten die Versorgungssituation für bestehende kleinere Veranstalter aus Hamburg, aber auch aus Schleswig-Holstein, verbessert werden kann“,
und vertritt die Meinung, dass eine bessere Versorgung auch ohne Vertragskündigung erreicht werden kann. Aber wer zu spät kommt …

Kommt MotorFM?

Von der Neuordnung der Frequenzen erhofft sich Farid Müller (GAL) auch eine neue Frequenz für ein redaktionelles Musikradio. Beobachter stellen zwischen dieser Forderung und der temporären Zulassung vom Veranstaltungsradio „FluxFM“ schon jetzt einen Zusammenhang her. FluxFM ist ein Projekt von MotorFM aus Berlin und war anlässlich des Reeperbahn Festivals in Hamburg terrestrisch bereits on air und wird weiter im Internet gestreamt.

Möglich ist auch eine Berücksichtigung des Hamburger Internetradio ByteFM, die aus dem Medienbunker in St. Pauli seit Januar 2008 senden. Der Sender ist als „Hörfunk-Musikspartenprogramm“ von der MA HSH zugelassen und wurde schon kurz nach dem Sendebeginn 2009 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

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