Effektives Management
Effektives Management
Gute Manager haben die Qualität von guten Eltern. Sie nehmen sich selbst völlig zurück und gehen die Probleme und Anforderungen ihrer »Arbeits«-Familie an. Moderatoren reagieren und respektieren am meisten Manager, die ehrlich, fair und konsequent sind.
Kreativität in Performance verwandeln
Am besten zapft man das kreative Potential der Moderatoren an, indem man das kreative und unterstützende Umfeld verbessert. Wenn die Moderatoren ihnen trauen und sich sicher genug fühlen, ihnen auch ihre persönliche Seite zu zeigen, dann haben sie es erreicht, ein konstruktives, gesundes und unterstützendes Umfeld aufzubauen. Erst dann können sie wirklich den effektivsten Lernprozess einleiten.
Effektives Management von kreativen Mitarbeitern ist wesentlich schwieriger, als von Mitarbeitern, die ein Auto zusammenschrauben oder anderen Leuten die Haare schneiden. Die wissen sehr genau, für welche Leistung sie bezahlt werden. Kreative Leute wie Schauspieler, Musiker oder On-Air-Personalities bauen auf persönliche Erfahrungen, Umwelteinflüsse und Eingebungen, die einen kreativen Prozess erst möglich machen.
Ziel sollte es daher sein, diese Kreativität in eine wirklich effektive Performance im Radio zu verwandeln, wobei ihnen die folgenden Schritte helfen.
Mit Alternativen anleiten
Viele Radiomoderatoren bekommen als Kritik auf ihre Sendung nur Anmerkungen, wie sie es nicht machen sollen: Nicht so viel reden. Nicht so schlampig vorbereiten usw. usw.
Kreative Leute müssen nicht nur ihre Grenzen kennen, sie müssen auch wissen, was sie innerhalb dieser Grenzen machen dürfen. Sagen sie ihm nicht nur, was er nicht tun soll, geben sie ihm eine Alternative, die ihm zeigt, wie er es in Zukunft besser machen kann, ohne die Grenzen zu verletzen.
Persönliches und berufliches trennen
Vermeiden sie bei ihrer Kritik den Anschein einer persönlichen Attacke. Beschränken sie sich bei ihrer Kritik auf den genauen sachlichen Fakt. Soll sich der Moderator auf seine Sendung besser vorbereiten, dann unterhalten sie sich darüber, wie er dies in seiner täglichen Arbeit erreichen kann.
Nicht persönlich nehmen
Alle Radiomoderatoren arbeiten im Bewusstsein, dass das was sie machen, auch so richtig ist. Hinter all ihrem Handeln steckt nicht die Absicht, bestehende Vorgaben bewusst zu brechen, um eventuell den Programmverantwortlichen zu ärgern.
Wenn sie ein Problem mit einem Moderator angehen, fragen sie zunächst nach, bevor sie ihn beschuldigen oder ihm Sachen unterstellen.
Zum Beispiel: »Ich habe gehört, dass sie einen Hörer on air genommen haben, obwohl wir das in diesem Format normalerweise nicht machen. Ich bin neugierig, warum haben sie das getan?«
Indem sie das Gespräch mit einer Frage einleiten, geben sie dem Moderator die Chance zu erklären, bevor er beurteilt wird.
Am Ende erfahren sie möglicherweise, dass der Grund für sein unvorhergesehenes Handeln einsichtig ist, ändern ihre Meinung und nehmen dies zum Anlass, eine positive Änderung einzuleiten.
Auf die Zukunft konzentrieren
Die meisten Moderatoren wissen genau, was in ihrer Sendung nicht gut gelaufen ist, erinnern sich auch später noch an jede einzelne Situation. Deshalb ist es kontraproduktiv, Salz in offene Wunden zu streuen, indem man viel Zeit damit verbringt, die Fehler noch mal durchzukauen. Der korrektive Teil der Besprechung sollte daher der kürzeste sein und zuerst stattfinden. Sobald sie also ihren Verbesserungsvorschlag gemacht und sichergestellt haben, dass der Moderator sie versteht und den Vorschlag akzeptiert hat, machen sie weiter im Programm. Halten sie sich kurz und bündig, überstrapazieren sie nicht den Moderator mit ihren Erklärungen und Verbesserungsvorschlägen. Verbringen sie den Großteil der Besprechung mit Diskussionen über professionelles Wachstum und Brainstorming für künftige Shows und Promotionaktionen. Ihr primäres Ziel für Besprechungen sollte sein, den Moderator für die nächste Sendung zu motivieren und zu inspirieren. Die Sendung von gestern ist Vergangenheit!
Bestimmt, aber nicht aggressiv
Der Unterschied zwischen einer bestimmten und einer aggressiven Aussage ist, dass man bei letzterer gut und gerne die Worte »Du Idiot« ranhängen kann.
Aggressive Statements führen zu unnötigen Konflikten. »Warum hast du heute Morgen um 7:20 Uhr immer weiter und weiter, ja ganze 5 Minuten weiter gemacht (du Idiot)?« - das ist ein aggressives Statement.
Wenn sie sich nur ein bisschen Gedanken darüber machen, wie sie dem Moderator etwas beibringen, dann wird die Änderung auch on air hörbar sein.
Nicht lügen
Wenn sie mit einer Frage konfrontiert werden, die sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht beantworten können, dann lügen sie nicht. Wenn sie dem Moderator nicht die ganze Wahrheit sagen können, dann teilen sie ihm das mit. Denken sie sich auf keinen Fall etwas aus. Die meist gestellte Frage, die Manager gar nicht leiden mögen, geht um eine Festanstellung bzw. um eine Vertragsverlängerung. Es ist besser, einem Moderator zu sagen, dass es im Moment keine Garantien gibt, als zu sagen: Wird schon klappen. Wenn rauskommt, dass sie schon mal einen Moderator angelogen haben, dann wird er ihnen nie wieder trauen. Und Vertrauen ist maßgeblich dafür, dass der Moderator ihren Input annimmt.
Zum Fragen ermutigen
Geben Sie ihrem Moderator einen Persilschein zum Fragenstellen! Lassen sie ihn alles im Sender genau untersuchen und hinterfragen. Belohnen sie ihn, wenn ihm Fehler auffallen.
Wenn sie den Moderator ermutigen, sie herauszufordern und ihnen Fragen zu stellen, dann fühlt er sich mitverantwortlich für den Erfolg des Senders und nicht nur für seine Show und die Leute, die ihm zuarbeiten. Damit spannen sie außerdem Sicherheitsnetze, die menschliche Fehler abfangen, bevor sie ernsthaft Schaden anrichten.
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