Dienstag, 07. Februar 2012
   
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MA 2009/II: Radio gewinnt in junger Zielgruppe

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Junge Zielgruppe | Foto: Angelina Ströbel / Pixelio
Nach den aktuellen Ergebnissen der MA 2009 Radio II auf der Basis von rund 66 000 Interviews genießt das Radio eine unverändert hohe Akzeptanz bei allen Nutzern, auch bei den neuen Zielgruppen. Mit einem weitesten Hörerkreis von 93,5 Prozent und einer Tagesreichweite von 76,4 Prozent bleibt der Hörfunk, neben dem Fernsehen, das meistgenutzte Medium in Deutschland. Die durchschnittliche Hördauer für die Grundgesamtheit „D+EU 10+“ liegt stabil bei 177 Minuten, die der deutschen Bevölkerung (D 14+) beträgt 184 Minuten. Der Wert bei den Kindern steigt um vier Minuten von 54 auf 58 Minuten. Die Verweildauer liegt mit 232 Minuten (D+EU 10+) bzw. 238 Minuten (D 14+) unverändert bei durchschnittlich fast vier Stunden am Tag.

Im Tagesverlauf bleibt die Radionutzung unverändert, nimmt aber an den Wochenendtagen zu. Hingegen verzeichnen die Komplementärmedien PC, Tonträger und Video/DVD in der aktuellen Media-Analyse einen Rückgang der Verweildauer. Radio bleibt damit weiterhin der wichtigste Tagesbegleiter für die große Mehrheit der Mediennutzer. Nach wie vor schalten die Radiohörer in Deutschland im Durchschnitt vier Programme innerhalb von 14 Tagen ein (Weitester Hörerkreis). Die Anzahl der pro Tag im Schnitt von allen Hörern eingeschalteten Programme beträgt 2009 durchschnittlich 1,5 Programme und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Veränderte Radionutzung im Haus und außer Haus

Die Radionutzung für die Grundgesamtheit „D+EU10+“ in Deutschland bleibt im Vergleich zum Vorjahr für die wichtigsten Kennwerte stabil. Eine leichte Veränderung findet hinsichtlich der Radionutzung im Haus und außer Haus statt. Die Hördauer im Haus steigt von 98 auf 103 Minuten und sinkt außer Haus von 76 auf 72 Minuten. Ebenso steigt die Verweildauer im Haus von 165 auf 171 Minuten und sinkt außer Haus von 175 Minuten auf 164 Minuten. Sinkende Mobilität aufgrund steigender Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit als Folge der Wirtschaftskrise könnten Ursachen für diese geringfügige Verschiebung bei diesem Nutzungsmuster sein.

MP3-Player-Besitzer nutzen öfters Radio

In Deutschland besitzen inzwischen etwa 35 Millionen Personen ab zehn Jahren einen MP3-Player. Die Ergebnisse der MA 2009 Radio II bestätigen für MP3-Player-Besitzer wie auch im Vorjahr eine überdurchschnittliche Radionutzung. So liegen die Werte für die Tagesreichweite und die Hördauer in fast allen Altersgruppen der MP3-Player-Besitzer über der durchschnittlichen Radionutzung der jeweiligen Altersgruppe ab zehn Jahren. MP3-Affine hören, unabhängig von Alter, Geschlecht und Berufstätigkeit, mehr Musik und Audiofiles. Die Nutzung von Radio und Musik bleibt ein Bestandteil ihres Lebensstiles.

Längeres Hören am Wochenende

Betrachtet man die Radionutzung nach den Wochenabschnitten Montag bis Freitag bzw. Samstag und Sonntag, fällt der Anstieg der Nutzung am Wochenende auf. Sowohl für Samstag als auch Sonntag steigen neben der Tagesreichweite besonders die Werte für Hör- und Verweildauer überdurchschnittlich an. Bezogen auf die gesamte Woche von Montag bis Sonntag bleiben die Werte stabil. Trotz des Anstiegs am Wochenende gilt auch weiterhin, dass an den Wochenendtagen unterdurchschnittlich Radio genutzt wird. Dieses Muster findet sich auch bei der Hördauer.

Bayern, Nord- und Ostdeutsche hören mehr

An der Spitze der Radionutzung liegen, bezogen auf die Tagesreichweite und verglichen auf Basis der Grundgesamtheit „D+EU 10+“, Bayern und die Flächenländer in Nord- und Ostdeutschland. Die höchsten Tagesreichweiten werden in Bayern mit 80,9 Prozent (MA 2008 II: 79,1%) und Mecklenburg-Vorpommern mit 80,8 Prozent (MA 2008 II: ebenfalls 80,8%) erzielt. Es folgen Brandenburg mit 80,3 Prozent (MA 2008 II: 78,4%) und Niedersachsen mit 80,1 Prozent (MA 2008 II: 77,8%). Etwas unterhalb der 80 Prozent liegen Sachsen-Anhalt mit 79,2 Prozent (MA 2008 II: 78,2%) und Thüringen mit 79,2 Prozent (MA 2008 II: 79,5%). Dann kommen Sachsen mit 78,6 Prozent (MA 2008 II: 78,4%) und Schleswig-Holstein mit 77,8 Prozent (MA 2008 II: 79,8%). Die genannten Bundesländer weisen auch die höchsten Werte für die tägliche Hördauer mit 184 bis 204 Minuten auf. Spitzenreiter in der Radionutzung mit 204 Minuten Hördauer am Tag sind die Hörer in Sachsen-Anhalt.

Besonders die Stadtstaaten hören weniger

Eine unter dem Durchschnitt liegende Tagesreichweite liegt für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie für die Bundesländer im Westen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, vor. Für diese Bundesländer liegen die Tagesreichweiten zwischen 70 und 74 Prozent. Dies gilt auch für die durchschnittliche Hördauer mit 158 bis 169 Minuten. Nur Bremen gehört trotz unterdurchschnittlicher Reichweite mit einer deutlichen Zunahme bei der Hördauer von 170 auf 189 Minuten wieder zu den Bundesländern mit überdurchschnittlicher Hördauer.

Die Ergebnisse der MA 2009 Radio II zeigen, dass besonders bei den jungen Zielgruppen, neben den 14- bis 19-Jährigen vor allem Auszubildende, Schüler und Studenten, aber auch bei den ab 50-Jährigen, das Radio an Reichweite gewinnt. Auch die Radionutzung der Frauen steigt und gleicht sich jener der Männer nahezu an.

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