Donnerstag, 17. Mai 2012
   
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Norddeutscher Kuhhandel

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norddeutscher kuhhandel Die Neuverteilung von Frequenzen im Norden von Deutschland hat ein überraschendes Ende gefunden. Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein legen ihren Frequenzstreit bei.

Noch im Oktober 2009 war der Hamburger Senat auf Krawall gebürstet. Die Bürgerschaft gab ihr O.K., den Frequenzstaatsvertrag zwischen den beiden Ländern notfalls zu kündigen. Grund: die schlechte Versorgung des Hamburger Umlands mit den Programmen der kilowatt-schwachbrüstigen Hamburger Privatsender Radio Energy, Oldie 95 und Klassik Radio. Zusätzlich wollte die Hamburger Regierung eine UKW-Frequenz für ein neues Musikradio. Bei erfolgter Kündigung hätten die Schleswig-Holstein-Sender RSH und Delta Radio wohl ihren Platz auf dem Hamburger Fernsehturm verloren – und damit einen klaren Standortvorteil. Schließlich versorgen die Sender aus Schleswig-Holstein hoch oben vom Heinrich-Hertz-Turm problemlos das Stadtgebiet der Hansestadt.

Frequenzfindung mit der Keule

Grundlage der Einigung ist ein von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) eingeholtes Frequenzgutachten. Nach dem gibt es noch genügend freie Frequenzen, damit die kleinen Hamburger Privatsender ihre Empfangssituation im Umland verbessern können. Merkwürdig nur, warum erst die Keule rausgeholt werden musste, um die Frequenzfindung zu beschleunigen. Die unbefriedigende Empfangslage war ja seit Langem bekannt und von den Sendern immer wieder angemahnt worden.

Eine Lösung, die für beide Seiten von Vorteil ist?So warten jetzt die Sender auf die Ausschreibung dieser neuen Frequenzen. Über eine wirkliche Verbesserung der Versorgungsqualität dürften sich die Sender wohl keine großen Hoffnungen machen. Dem Vernehmen nach liegt die technische Reichweite einer Frequenz bei rund 10.000 Hörern. Bei einem Marktanteil von 5,4 % würde Energy Hamburg immerhin 540 neue Hörer generieren – theoretisch. Also kein Vergleich zur Reichweite, die eine Versorgung vom Hamburger Fernsehturm generieren würde. Vom eingeforderten neuen redaktionellen Musikradio für Hamburg ist auch nichts mehr zu hören. Dem Beobachter erscheint es da schwer verständlich, wenn der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust von einer Lösung spricht, «die für beide Seiten von Vorteil ist».

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