Dienstag, 07. Februar 2012
   
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W-Lan-Radios begünstigen Webradio-Nutzung

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terratec-noxon-ip-radio Der technische Fortschritt macht auch beim Radio nicht halt. Webradio heißt das Phänomen, das beileibe nicht neu ist, sich aber langsam und stetig immer mehr durchsetzt.

Nicht zuletzt durch entsprechende Endgeräte, hier IP- oder W-Lan-Radiogeräte genannt. Durch den Besitz solcher Geräte steigt die Webradionutzung an, parallel nimmt die Nutzung über den „klassischen“ Verbreitungsweg ab. Die IP-Radiogeräte ermöglichen eine sehr „normale“ Webradionutzung, losgelöst von der Notwendigkeit, einen Computer in der Nähe zu haben. Wie sich dies auf die Nutzung auswirkt, untersuchten Dirk Martens (House of Research) und Thomas Windgasse (WDR-Medienforschung).

Ergebnisse einer Nutzerbefragung

Auf der Basis von rund 2 800 Onlineinterviews wurde näher untersucht, wie sich die Webradionutzung unterscheidet, je nachdem ob Hörer über ein W-Lan- bzw. IP-Radiogerät verfügen oder Webradios über ihren Computer hören. Wenn die Daten aufgrund der Stichprobe (Abonnenten des Terratec-Noxon-Newsletters - einem Herstellers von W-Lan-Radiogeräten) auch keine Repräsentativität beanspruchen können, geben sie doch wichtige Auskünfte über die Nutzung von Webradios.

Bei den Befragten gibt es quasi eine Vollversorgung mit schnellen Internetanschlüssen und Flatrate-Tarifen, drei Viertel haben einen W-Lan-Router, was die mobile Nutzung von Webradio begünstigt. 30 Prozent der Befragten besitzen ein spezielles Webradioempfangsgerät, und es zeigt sich, dass sie regelmäßiger Webradio hören als diejenigen Webradionutzer, die dafür beispielsweise ihren PC verwenden. Knapp 70 Prozent der W-Lan-Radio-Besitzer hören zwischen vier- und siebenmal pro Woche Webradio, bei den Nutzern ohne ein solches Gerät ist es in dieser Häufigkeit nur knapp ein Viertel. Die Webradiobesitzer erwarten eine weitere Zunahme ihres Webradiokonsums zulasten ihrer herkömmlichen Radionutzung.

Radio-Vorlieben ändern sich nicht

Untersucht wurden auch die Programmpräferenzen bei Webradios. Einer der Vorteile von Webradio ist die große Vielfalt, vor allem an Musikformaten. Allein für Deutschland werden gut 2 000 Angebote geschätzt, international dürften es bis zu 14 000 sein. Dennoch hören durchschnittlich 39 Prozent der Befragten oft Programme, die in deren Wahrnehmung eine Mischung verschiedener Genres umfassen. Die Attraktivität von Programmen mit hohem Informationsanteil sowie von Klassik- und Jazzprogrammen nimmt mit dem Alter stetig zu. Für elektronische Musik im Webradio wie beispielsweise House und Techno interessieren sich vor allem Personen zwischen 14 und 29 Jahren.

Nutzung verschiedener Webradio-Programmformate nach Alter (in %)


Gesamt 14-29 Jahre
30-39 Jahre
40-49 Jahre
50-59 Jahre
60-69 Jahre
ab 70 Jahre
Basis absolut 2329 107 367 685 630 427 113
Mischung aus diversen Genres (Pop, Rock, Dance, Oldies) 39 38 47 43 37 30 23
Programme mit überwiegenden Anteil von Informationen, Nachrichten, Diskussionen 20 12 14 19 20 27 28
Klassische Musik 11 5 5 8 10 18 32
Jazzmusik 11 6 9 12 11 12 19
Rockmusik 22 27 26 23 26 14 1
elektronische Musik (House, Techno etc.) 10 35 20 11 6 1 4
Oldies 25 8 12 19 35 37 19
Schlager, Volksmusik 9 3 5 5 9 19 18
Dance, Black Music, Soul/Funk, Hip-Hop 9 20 11 11 7 4 4
Weltmusik 8 12 5 9 8 7 8
Internationale Sender / nicht deutschsprachige Sender 19 21 19 20 20 18 14
Sonstige Programmart 4 7 7 5 2 4 1

Quelle: Webradiostudie House of Research GmbH


Wenn man die Programmpräferenzen, die die Webradionutzer im herkömmlichen Radio haben, als erklärende Variable in Betracht zieht, dann zeigt sich, dass diese Präferenzen ins Web verlängert werden. So hören 41 Prozent derjenigen, die auf UKW/Kabel meistens einen öffentlich-rechtlichen Sender hören, auch im Internet meistens ein öffentlich-rechtliches Webradioprogramm. Ähnlich verhält es sich mit den Meisthörern der Privaten. Reine Webradioangebote neuer Anbieter werden von 17 Prozent der öffentlich-rechtlichen und 20 Prozent der privaten Hörer als meistgenutztes Programm benannt.

Komplette Studie

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