Deutsche Welle Programme für Nordamerika vor dem Aus
Deutsche Welle Programme für Nordamerika vor dem Aus
Zum 01. November 2011 stellt die Deutsche Welle in Bonn ihre englischen Sendungen für Nordamerika, Australien und Neuseeland ein.
Zur Begründung gab die Programmleitung des Senders an: Hörer in diesen Ländern entsprechen nicht dem Zielpublikum der Deutschen Welle.
Rick Demarest, freier Mitarbeiter als Moderator und RvD des englischsprachigen Progamms, hat sich seine eigenen Gedanken zur Abschaltung und zum Überleben des Programms gemacht:
Dabei wird außer Acht gelassen, wie bedeutsam das Medium Radio in großen Flächenländer ist, wo Millionen von Fahrern täglich Stunden in ihren Autos verbringen. Ganz abgesehen davon welch verheerendes Signal diese Entscheidung bezüglich der Wichtigkeit von Deutschland in die Welt transportiert.Die Entscheidung auf die englischsprachige Welt zu verzichten, bietet anderen Deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten – wie der ARD oder Deutschlandfunk – diese bereits erfolgreich etablierten internationalen Radio-Sendegebiete zu übernehmen.
Seit 2004 wird die DW Radio-Magazin-Sendung Newslink Plus (1 Stunde / Montag-Freitag) auf die Public Networks in den USA (National Public Radio), Australien (Australian Broadcast Corporation), Kanada (Canadian Broadcasting Corporation) und Neuseeland (Radio New Zealand) ausgestrahlt. Inzwischen - zum Beispiel - senden 33 NPR Sender in den wichtigsten Märkten der Vereinigten Staaten Newslink Plus teilweise Live und teils zeitversetzt.
Als langjähriger Moderator und RvD von Newslink Plus liegt mir persönlich viel daran, dass dieser Kommunikationsweg mit einem für Deutschland und Europa außergewöhnlich wichtigem Publikum nicht verloren geht. Viel bedeutender allerdings für mich als Deutschen Staatsbürger ist, dass die deutschen bzw. europäischen Perspektiven zu Themen von globaler Bedeutung in der englischsprachigen Welt Gehör finden.
Als ehemaliger Manager bei Radio Freies Europa in München und Geschäftsführer von kommerziellen Radiosendern in Deutschland habe ich einen groben Business Plan erstellt, um festzustellen, wie diese Sendungen kostengünstig weiter produziert und verbreitet werden könnten. Insgesamt könnte man diese Märkte für weniger als 500.000 Euro jährlich sichern und professionell bedienen, vorausgesetzt, dass die Sendungen bei einer respektierten und etablierten Anstalt angedockt werden. Wie in den USA und Großbritannien längst Praxis ist, könnten deutsche Großunternehmen sicherlich als Sponsoren für die aufkommenden Kosten gefunden werden. Die Summe entspricht übrigens ca. 0,5 Prozent des Etats der Deutsche Welle.
Das notwendige Personal, um den redaktionellen Bedarf an freien Journalisten abzudecken, ist (noch) im Großraum Köln/Bonn vorhanden und das Netz von internationalen englischsprachigen Korrespondenten existiert, also sind bereitwillige Anbieter und Abnehmer gegeben. Was jetzt benötigt wird, ist eine Sendeanstalt, die überzeugt ist, dass Deutschlands Stimme in der westlichen Welt gehört werden sollte.
Die Zeit drängt allerdings, da die letzte Sendung der Deutschen Welle am 29.10.2011 vorgesehen ist. Wenn die gegenwärtigen Rebroadcasters erfahren, dass Newslink Plus nicht mehr geboten wird, werden sie verständlicherweise ihre Sendeplätze mit anderen Programmen belegen und diese einmalige Gelegenheit eine Deutsche/europäische Sichtweise in der Welt zu verbreiten wird verlorengehen.
Selbstverständlich stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung um Fragen zu klären, bzw. zusätzliche Informationen zu bieten.
Rick Demarest
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