Die Gewinner vom Deutschen Radiopreis 2011
Die Gewinner vom Deutschen Radiopreis 2011
Bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises sind am 8. September 2011 die besten Radiomacher und Hörfunkproduktionen des Jahres 2011 ausgezeichnet worden.
Beste Morgensendung
SWR3 Die Morningshow (SWR3)
Bei der SWR3-Morningshow verbindet sich mit der Pflicht, also solide und kompetent dargebotenen Fakten, eine glänzende Kür mit allen Facetten zeitgemäßer Radio-Unterhaltung. Das alles wird unübertroffen verfasst, gespielt, moderiert und zelebriert von den Moderatoren Michael Wirbitzky und Sascha Zeus. So wird die Sendung zum Überlebenskit, faszinierend im Glamour, menschenfreundlich in der Anmutung, professionell in der Präsentation.
Beste Reportage
Enis wünscht sich ein Schreibpult (NDR Info)
Die Reportage 'Enis wünscht sich ein Schreibpult' schafft auf kleinstem Raum eine besonders dichte Atmosphäre und liefert dabei nicht nur starke Eindrücke, sondern auch gehaltvolle Informationen über ein brisantes Thema. Der Beitrag steht vorbildhaft für eine gute, klassisch gebaute Reportage und für seriösen, engagierten Journalismus.
Beste Innovation
90elf - Dein Fußball-Radio
Bei den Innovationen ragt das Internet-Radio '90elf - Dein Fußball-Radio' weit heraus. Auf mehreren Medienplattformen vernetzt es gekonnt die spezifischen Nutzungsmöglichkeiten und Vorteile der unterschiedlichen Zugänge und vernetzt sie im Sinne einer gelungenen Medienkonvergenz. Damit ist es positives Beispiel für die Chancen des Hörfunks im digitalen Zeitalter.
Beste Höreraktion
planet project start up (planet radio)
Eine Höreraktion als Casting-Show für kreative Köpfe mit einem originellen Gewinn, nämlich einer eigenen Ladenfläche auf Zeit an der Frankfurter Zeil, als Basis für denen eigenen Berufseinstieg: Das hatte unüberhörbar Sinn und Hintersinn. Mehr positive Aktion und produktive Hörerbindung, die über den Tag hinaus im Kopf bleibt, ist kaum vorstellbar.
Bestes Nachrichtenformat
B5 aktuell (Bayerischer Rundfunk)
B 5 aktuell ist als straffes, übersichtliches, informatives Nachrichtenformat ein unverzichtbarer Programmbestandteil des BR. Hier verbindet sich durchgehend hohe Professionalität mit aktuellen, solide gebauten und perfekt präsentierten Nachrichtenformen. Damit entspricht die Sendung allen Anforderungen an ein modernes Radioprogramm auf hohem Niveau.
Beste Moderation
Bester Moderator: Volker Haidt (radio SAW): radio SAW Muckefuck
Volker Haidt hat eine ganz unverwechselbare Note, zu der auch die außergewöhnlich große Bandbreite gehört. Er überzeugt mit Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Spontaneität und überrascht jeden Morgen mit etwas Neuem. Er ist Entertainer, lacht mit seinen Hörern, informiert sie und diskutiert mit Ihnen. So wird er zum guten Bekannten und zum sympathischen Freund, dessen innere Flamme das Interesse der Hörer entzündet und begeistert.
Beste Moderatorin: Sabine Heinrich (WDR 1LIVE): 1LIVE mit Frau Heinrich
Sie ist die Stimme mitten aus dem Leben, alltagsnah und geradeaus. Sabine Heinrich nimmt als Moderatorin ihre Hörer im besten Sinne mit, ohne sie zu verführen oder sie mit Sprachgirlanden um den Finger zu wickeln. Mit ihrem natürlichen Charme und mit ihrer Munterkeit, die nichts Hysterisches hat, gewinnt sie junge und ältere Menschen. Mit dieser eigenwilligen und unverwechselbaren Moderatorin geht man gern durch den Tag, fährt durch sein Leben und fühlt sich auf das herzlichste begleitet, ob zuhause oder unterwegs. Diese Stimme lässt den Hörer nicht allein.
Beste Sendung
WDR 3 Homestory (WDR 3): Jenni Zylka zu Gast bei Peter Wawerzinek
Nichts ist vorhersehbar bei 'Homestory'. Diese Sendung ist ein ungewöhnlich direktes und dynamisches Literaturformat mit vielen Facetten. Sie bietet eine gelungene Mischung aus Gespräch, Lesung, Club und Autorenportrait. Leichtfüßig und frech, kenntnisreich und mitreißend stellt Multitalent Jenni Zylka Literaten aus deren eigener Sofaperspektive vor. Enthusiasmus, Einfallsreichtum und Kenntnis halten sich dabei perfekt die Waage.
Bestes Interview
Radio 7-Chrissie Show (Radio 7)
Christina Weiss hat mit dem transsexuellen Leistungssportler Balian Buschbaum ein vorbehaltlos offenes und hoch professionelles Interview geführt, ganz ohne billige Effekte. Statt nach Sensationen zu gieren ist sie hellwach, entwaffnend direkt und glitzernd charmant. Einfühlungsvermögen, Menschenfreundlichkeit und guter Umgang: Das ist beispielgebend und hoffentlich stilbildend.
Beste Comedy
Frühstück bei Stefanie (NDR 2), Andreas Altenburg und Harald Wehmeier
Steffi, Herr Ahlers, Udo und Opa Gehrke: Dieses Quartett keineswegs nur norddeutscher Klischee-Kleinbürger lässt das alltäglich Banale ernsthaft erscheinen, das Ernsthafte wiederum alltäglich und banal - so dass es auf diese Weise urkomisch wirkt. Damit erfreut die Sendung, die inzwischen den dritten Geburtstag feiert und auch multimedial geworden ist, eine immer noch wachsende Fangemeinde. Das hat Klasse, das macht großen Spaß, und deshalb ist es einfach große Klasse.
Sonderpreise des Beirats
- Manfred Breuckmann: Die Reportagen des Preisträgers in der ARD-Schlusskonferenz waren Kult. 36 Jahre lang hat er Fußballspiele übertragen, darunter weit über tausend Bundesliga-Begegnungen. Und mehr als dies: Breuckmann war landespolitischer Korrespondent in NRW, begleitete Johannes Rau nach Israel und moderierte bei WDR 2. Sein Timbre ist unverwechselbar: Eine markante, leicht kratzige, aber freundliche Stimme, die große Begeisterung über den Fußballsport transportiert. Er gehört zu den Sportreportern, die Kompetenz mit Unterhaltungsqualitäten verbinden. Mit seinem einzigartigen Stil hat er über viele Jahre die Herzen der Fans erobert und sich einen festen Platz in der Bundesliga-Geschichte gesichert.
- Herbert Grönemeyer: Seine Songs laufen Tag für Tag rund 100 Mal im deutschen Radio. Seine Lieder sind alles: Mittanzen, Mitsingen, Mitfühlen, auch Mitleiden. Sie bewegen Millionen Menschen, sorgen im Radio für unvergleichliches Gänsehaut-Gefühl und prägen die Musikprogramme ganzer Jahrzehnte. Sein Song 'Mensch' gehört zu den meistgespielten deutschen Titeln im Radio. Grönemeyer hat über Jahre hinweg den Sound der deutschen Radios mitbestimmt und die Hörer begeistert.
Der Deutsche Radiopreis ist eine gemeinsame Initiative öffentlich-rechtlicher und privater Radiosender. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen neben dem Grimme-Institut die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale - eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks - sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk.
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