Freitag, 18. Mai 2012
   
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Wie die Amis Radio hören

wie-die-amis-radio-hoerenWelchen Stellenwert hat der Hörfunk in der amerikanischen Bevölkerung? Diese Frage wird angesichts der Entwicklung neuer digitaler Radioangebote intensiv untersucht.

Das Marktforschungsunternehmen Arbitron beziffert in der Studie „Radio today 2010. How America listens to radio“ die Anzahl der Radiostationen in den USA im Jahr 2009 auf insgesamt fast 25.000 und konstatiert damit einen Zuwachs innerhalb eines Jahres um fast 10 Prozent. Mehr als die Hälfte (ca. 15.000) davon waren AM/FM-Stationen, also Radioprogramme, die über Funkwellen verbreitet werden („Broadcast-Radio“). An zweiter Stelle mit deutlichen Steigerungsraten bis zu 36 Prozent lagen die Internetstreams der AM- und FM-Sender, gefolgt von verschiedenen Varianten des Web-only-Radios. Die durchschnittliche wöchentliche Radioreichweite im Jahr 2009 betrug 93 Prozent. Dabei zeigten sich kaum Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen (z. B. 12- bis 17-Jährige: 91 %; 18- bis 24-Jährige: 92 %; 25- bis 34-Jährige: 95 %). Die Zeit, die die Amerikaner pro Woche für das Radiohören aufbrachten, lag im Schnitt bei 15 Stunden und 4 Minuten (12- bis 17-Jährige: 9 Std. 20 Min.; 18- bis 24-Jährige: 13 Std. 20 Min.; 25- bis 34-Jährige: 14 Std. 30 Min.). Über die Hälfte der Radionutzung fand außer Haus statt. Ausnahmen bilden die 65-Jährigen sowie die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen, deren Radiokonsum überwiegend zu Hause erfolgte.

Jugendliche halten an klassischen UKW- und Mittelwellensender fest

Die Studie „Infinite Dial 2011“, eine Telefonbefragung von 2020 US-Bürgern ab zwölf Jahren, ermittelte, dass 22 Prozent der Amerikaner im Jahr 2011 mindestens einmal pro Woche Onlineradio nutzten – mehr als viermal so viel wie im Jahr 2001. Noch vor digitalen Videos (z. B. auf YouTube) war Radio die meist genutzte Medienanwendung auf digitalen Plattformen. 89 Prozent der Onlineradionutzer hörten weiterhin auch UKW-Radio. Und 75 Prozent der Befragten wären sehr oder ziemlich enttäuscht, wenn der Radiosender, den sie üblicherweise nutzten, nicht mehr „On-air“ wäre.

In den jüngeren Altersgruppen wären 64 Prozent enttäuscht, wenn es keine AM/FM-Radiostationen mehr gäbe. 60 Prozent waren der Ansicht, dass diese einen „guten Job“ machten. Dies ergab die Studie „Radio’s future II“, in der 1 533 Telefoninterviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen zwölf und 34 Jahren geführt wurden. Nach dieser Studie war das Radio neben dem Internet und dem Telefon die einzige mediale Beschäftigung, bei der mehr Jugendliche aussagten, sie würden gegenüber dem Vorjahr mehr Zeit damit verbringen als Jugendliche, die aussagten, sie würden weniger Zeit damit verbringen. Allerdings ist laut dieser Studie das (klassische) Radio hinter Internet und Fernsehen nicht mehr die Nummer eins. Im Gegensatz zu 2001 (74 %) hörten nur noch 41 Prozent der 12- bis 24-Jährigen regelmäßig Radio nach dem Aufstehen. Für die 22- bis 34-Jährigen war das Radio in dieser Situation allerdings noch immer erste Wahl (53 %).

Weitere Studien zeigen eine Funktionsdifferenzierung im Hinblick auf die verschiedenen Offline- und Onlineradioangebote. Eine Befragung von 209 amerikanischen und australischen Collegestudenten im Alter zwischen 17 und 24 Jahren ergab, dass sich die Befragten über das UKW-Radio mit aktuellen Nachrichten und sonstigen Informationen versorgten, während sie sich ins Onlineradio einloggten, um Informationen über neue und/oder alternative Musik zu bekommen. Zu diesem Zweck war Onlineradio sogar noch beliebter und wurde häufiger genutzt als der Kontakt zu Freunden oder das Surfen in YouTube.

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